Mittwoch, 13. Mai 2015

531 Tage (Gabriele Oscuro) [Q]

Hey!

Eine neue Rezension steht an. Diesmal zu "531 Tage" von Gabriele Oscuro. Die Kurzgeschichte umfasst 88 Seiten, erschient bei BookRix und handelt von Martin, der die Trauer um seinen verstorbenen Mann verarbeiten muss.


Beschreibung:

Martin muss damit klar kommen, dass Levi tot ist. Er ist sich sicher, dass er nie wieder jemanden so lieben kann wie diesen und ist von sich selbst überrascht, als er für den seltsamen Konny Gefühle entwickelt. Unsicher, ob er diese wirklich zu lassen kann, verliert er Konny fast.

Meine Meinung:

Die Geschichte würde ich ganz klassisch als kurzweilige, süße Liebesgeschichte bezeichnen, weil sie eben genau das darstellt. Dennoch hat sie einen eher ernsten Hintergrund und in der Kombination hat mir das sehr gut gefallen.
Es geht quasi nicht nur um das Zusammenfinden der beiden, sondern auch um die Bewältigung der Trauer um einen geliebten Menschen. Ich finde schön, wie in der Geschichte dargestellt wird, dass man auch nach vorne sehen muss und sich auf eine neue Liebe einlassen kann, ohne den toten Partner damit zu betrügen. Gleichzeitig wird aber auch geschildert, dass es eben ein schwerer Weg ist und Loslassen nicht einfach von Jetzt auf Gleich geschieht, sondern es einfach seine Zeit braucht.
Man muss auch sagen, dass es einfach sehr einfühlsam geschrieben ist und man sich wirklich in den Charakter einfühlen kann, so dass es einen auch einfach berührt.
Die Geschichte um Konny fand ich ein wenig seltsam. Es ist schon ein wenig ominös, was da mit seiner Oma passiert, auch wenn es irgendwo ja erklärt wird. Trotzdem fand ich es ein wenig krass und irgendwie hätte das auch alleine eine Geschichte abgeben können, ohne dass Martins Probleme dann auch noch ausgeführt werden.
Also vielleicht ein wenig viel Stoff für eine so kurze Geschichte, obwohl man sagen muss, dass es – wie schon bei „Ohne dich“ – sehr ausführlich ist und man nicht das Gefühl hat, dass etwas in der Geschichte nicht ausführlicher erzählt wird.
Jetzt habe ich „Ohne dich“ schon erwähnt, also mache ich damit gleich weiter: Diese Geschichte ist ja die Fortsetzung dazu, es wird aber betont, dass man sie auch unabhängig voneinander lesen kann. Das kann ich nur unterschreiben, weil ich nämlich tatsächlich mit dieser hier angefangen habe. Die wichtigsten Punkte aus „Ohne dich“ werden hier noch mal erwähnt, so dass man nicht das Gefühl hat, man hätte zu wenig Information oder so. Allerdings muss ich aber sagen, dass man mit dem Hintergrund von „Ohne dich“ trotzdem einen besseren Überblick hat. Zum Beispiel die Sache um Hannah wird in „Ohne dich“ viel besser erklärt, in „531 Tage“ aber nur kurz angeschnitten. Da es für diese Geschichte aber nicht wirklich wichtig ist, macht das jetzt nicht so viel aus.
Was ich noch sagen möchte: Die Sexszene hat mir gut gefallen. Für Konny ist es ja das erste Mal und ich finde, es ist auch genau als solches geschildert. Sehr einfühlsam und romantisch und nicht so herzlos und ruckzuck, wie es in anderen Geschichten manchmal der Fall ist.

Altersbeschränkung/Zielgruppe:

Wie schon bei „Ohne dich“ empfehle ich es allen Fans von Gay Romance, die eine emotionale, etwas tiefsinnigere Geschichte lesen möchte, die einfach Spaß macht und wirklich großartig geschrieben ist.

Es freut mich immer, wenn eine Kurzgeschichte vom Inhalt her sehr ausführlich ist. Ich bin ja der Meinung, das man eine klasse Geschichte auch auf wenigen Seiten erzählen kann, wenn man es nur richtig angeht. So fahrig geschriebene Sachen enttäuscht mich deshalb immer sehr und sind wohl auch der Grund, warum viele keine Kurzgeschichten mögen. Es sollte mehr von dieser Art hier geben, dass würden sich vielleicht mehr auf dieses Genre, wenn man es so nennen will, einlassen.
Jules :)

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