Mittwoch, 6. Mai 2015

1 Story - 2 Sichtweisen [K]

Hey meine Lieben!

Neulich habe ich eine Geschichte gelesen, zu der es noch ein Gegenstück gibt und war sofort skeptisch. Brauch man das wirklich – eine Geschichte aus zwei verschiedenen Blickwinkeln? Immerhin kennt man dann ja schon den Storyverlauf und auch den Ausgang davon, wozu sollte man es also noch ein zweites Mal lesen, nur mit anderem Hauptcharakter? Ich habe also gezögert, das zweite Buch zu kaufen und habe mich auf eines davon beschränkt. Dann aber ist mir das gleiche Phänomen ein zweites Mal über den Weg gelaufen und weil die Geschichten diesmal kostenlos waren, dachte ich mir, les ich diesmal wirklich beide.
Teilweise habe ich mich in meiner Vermutung bestätigt gefühlt. Die zweite Geschichte war schwächer als die erste. Man weiß schon, was passiert und wie es ausgehen wird – wirklich neu ist einem nichts und demnach büßt es auch seine Spannung etwas ein. Aber gleichzeitig ist mir aufgefallen, dass es nicht komplett langweilig ist, sondern immer noch interessant. Und mehr und mehr habe ich verstanden, dass es darum geht, wie man seine zweite Geschichte aufbaut. Letztlich besteht ein gutes Buch ja nicht allein aus einem guten Ende – ich bin sogar überzeugt, dass alles Zwischendrin viel wichtiger ist. Wenn man nun dieses „Zwischendrin“ anders gestaltet, mit Szenen ausbaut, die in der ersten Geschichte nicht vorgekommen sind, weil sie eben der jetzige Protagonist alleine erlebt hat, dann kann man auch das zweite Buch spannend gestalten und dann funktioniert dieses Konzept auch. Nicht nur das, es macht die Geschichte sogar noch realistischer und greifbarer, weil man nun zwei Protagonisten hat, von denen man die Handlungsabsichten und Gedanken wunderbar nachvollziehen kann. Plötzlich hat man zwei unterschiedliche Geschichten, die sich zu einer ergänzen und so das Leseerlebnis noch intensivieren können. Wenn dies dem Autor dann auch wirklich so gelingt, ergibt sich am Ende ein harmonisches Gesamtbild. Das lässt doch sicher jedes Leserherz höher schlagen!
Dazu muss aber natürlich auch die Geschichte passen. Wenn man schon in der ersten Story Schwierigkeiten hat, die Handlung auszubauen, dann braucht man mit der zweiten gar nicht erst anfangen. Aber wenn es passt, man genug Ideen hat und die gleiche Geschichte noch mal als eine ganz andere erscheinen lassen kann, dann lohnt sich auch der Sichtwechsel. Ansonsten sollte man sich wohl darauf beschränken, im Buch selbst beide Protagonisten zu Worten kommen zu lassen oder nur eine kleine, kurze Nebengeschichte zur eigentlich schreiben. Aber das Ganze noch mal neu erzählt – das braucht dann keiner.
Ich will jetzt auch gar nicht so viel Werbung dafür machen. Ich bin nämlich der Meinung, dass es in 98% der Fälle reicht, die Geschichte nur aus einer Perspektive zu erzählen. Niemand muss von jedem Buch mindestens zwei Sichtweisen vorgelegt bekommen. Aber wenn es passt und wenn es gut gemacht ist, dann ist eine wunderbare Ergänzung und mal ein wenig Abwechslung zu einer einfachen Geschichte. Ich habe auf jeden Fall Blut geleckt und werde mir nun noch das Pendant zu dem oben genannten Buch kaufen. Vielleicht erwartet mich darin dann das, was ich gerade so beschrieben habe. Noch kommt mir das aber alles zu theoretisch vor, ich kann das nicht wirklich komplett glauben. Falls ich erneut eines Besseren belehrt werde, könnt ihr das dann in der zugehörigen Rezension lesen. Bis jetzt bleibt mir eine gewisse Skepsis zumindest erhalten.
Wie sieht es denn bei euch aus? Hattet ihr schon mal so einen Fall? Wie hat euch das 2. Buch gefallen? Hat es euch begeistert, oder würdet ihr auch eher sagen, dass es an das erste nicht heranreicht? Vielleicht habt ihr euch einen Lesetipp hierzu für mich – dann schreibt mir den bitte, ich würde mich freuen.

Jules :)


Bücher aus zwei verschiedenen Sichtweisen:

Kommentare:

  1. Ich kenn "Irgendwie Top und Lions Roar" und da hat es mir sehr gut gefallen. Ein Buch hat das andere ergänzt und die Story noch runder gemacht. Meiner Meinung nach, kommt es aber darauf an was für einen Eindruck das erste Buch hinterlassen hat, ob man sich das Gegenstück dazu holen möchte. In diesem Fall hab ich das getan, als ich mit lesen des ersten Teils noch nicht fertig war.
    Das Gegenteil war der Fall bei "Ein Traum wird wahr". Ich habe es gelesen und fand es gut aber der Funke ist nicht übergesprungen, sodass ich mir "Ein Traum geht weiter" aus der Sicht des zweiten Hauptprotagonisten nicht geholt habe. Das Interesse war einfach nicht da, was vielleicht auch daran liegen kann das ich diesen Charakter nicht so mochte.
    Ich denke das da jeder auf sein Bauchgefühl hören sollte. Zur Not gibt es ja Leseproben ;-)

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    1. Ich glaube auch, dass es wahrscheinlicher ist, dass das 2. Buch die Sache gut ergänzt, wenn man vom 1. schon begeistert ist. Dann hat der Autor sozusagen das Zeug dazu, auch aus der anderen Sichtweise etwas draus zu machen. Wenn man aber schon beim 1. Buch nicht vollkommen begeistert ist, muss man sich blöd gesagt auch die 2. Sichtweise nicht noch mal antun. XD

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