Mittwoch, 15. April 2015

Love@work - der Assistent (Dani Merati) [Q]


So ihr Lieben,


heute geht es um die Kurzgeschichte "Love@work - Der Assistent" von Dani Merati. Sie umfasst 79 Seiten, wird frei publiziert und ist als ebook erhältlich. Handeln tut sie von Marcel, der sich in seinen tyrannischen Chef verliebt.


Beschreibung:

Eigentlich könnte Marcel einen Traumjob habe.  Als persönlicher Assistent eines Millionärs kommt er nicht nur in der Welt rum, sondern wird auch außerordentlich gut bezahlt. Leider ist sein Chef ein arroganter Idiot, der ihm das Leben schwer macht. Trotzdem verknallt sich Marcel in ihn, auch wenn er weiß, dass es absolut hoffnungslos ist. Als er es nicht mehr aushält, Christopher so nahe zu sein, beschließt er zu kündigen. Aber Christopher wäre nicht Christopher, wenn er das nicht zu verhindern wüsste.


Meine Meinung:

Zunächst muss ich sagen, dass mir der Stil wirklich gut gefallen hat. Es ist ja immer ein wenig böse, sowas zu sagen, aber bei Kurzgeschichten erwarte ich eigentlich schon gar nicht mehr einen besonders guten Stil, weil es eben häufig nicht so ist. Hier muss ich aber sagen, dass es doch recht ausführlich und dennoch aufs Wesentliche bezogen war. Man hatte nicht das Gefühl, dass das Buch nur 79 Seiten hat, sondern es wirkte dadurch wie mehr.
Beim Inhalt sieht es schon ein wenig anders aus. Der Anfang hat mir sehr gut gefallen. Ich finde ja eh die Idee der Geschichte sehr gut und sie hat dann auch genau so angefangen, wie ich es mir erhofft hatte. Ich finde, da hat es sich auch noch eher langsam entwickelt und die Spannung stetig wachsen lassen.
Aber danach gings eher bergab. Ohne zu viel vorweg nehmen wollen, hat Christopher dann etwas getan, was ich ein wenig too much fand. Diese übertriebene Wendung hätte einfach nicht sein müssen. Vielleicht hätte man noch darüber wegsehen können, wenn es nicht genauso komisch weitergegangen wäre. Obwohl Marcel die ganze Zeit sauer, wütend, enttäuscht und was weiß ich, was nicht alles war, kam es einfach nie zu einer Aussprache. Wann immer er gegen Christopher aufbegehren wollte, endete die Sache in Sex. Das hat mich wirklich genervt, dann ab da nur noch Sex im Vordergrund stand. Schlimmer wurde es noch, als dann zwischenzeitlich immer mal Christophers Sicht beschrieben wurde. Der hat ja nur an Sex gedacht. Ich befürworte solche Sichtwechsel ja eigentlich, aber hier hat es dem Leser eigentlich nicht so viel gebracht.
Das zieht sich auch bis zum Ende durch. Es gibt nicht ein klärendes Gespräch, nicht mal, als Marcel schon am Heulen ist. Ernste Themen werden einfach mit Sex übergangen, statt einfach mal darüber zu reden. Das mag ja vielleicht noch zu Christophers Charakter passen, aber wieso Marcel sich damit zufrieden gibt, erschließt sich mir einfach überhaupt nicht.
Ihr könnt euch sicher vorstellen, dass sich dadurch  (zu) viele Sexszenen ergeben - und das schlimmste daran ist, dass diese nicht mal besonders lang und betörend sind. Wenn es schon ständig Sex geben muss, dann hätte man diese Szene wenigstens noch ein wenig mehr ausführen können...
Auch finde ich, dass es ab dann auch viel schneller voran geht in der Geschichte, was es noch schlimmer macht. Ich will nicht sagen, dass die Geschichte ab diesem Zeitpunkt völlig kaputt ist, sie wird sicher noch hier und da auf Zuspruch stoßen, aber man hätte einfach noch viel, viel mehr herausholen können.

Altersbeschränkung/Zielgruppe:

Ich würde es ab 14 oder 15 empfehlen und zwar allen, die schlichte Gay Romance Geschichtne ohne viel Drumherum mögen. Ich habe viel kritisiert, möchte aber noch mal betonen, dass die Idee ja eigentlich schon echt super ist und die Geschichte, trotz all der Makel, nicht die schlechteste ist. Ich finde sie sogar recht kreativ, nur hätte man halt noch etwas mehr herausholen können. Für Zwischendurch taugt sie aber allemal.

Ich merke gerade, dass es schwer ist, an etwas viel Kritik zu üben, ohne dem Leser klar zu machen, dass es jetzt auch nicht mega schlecht war. Ich möchte eben auch nichts verschönen, aber es soll dann auch nicht so wirken, als könnte man der Sache gar nichts abgewinnen... Irgendwie nervig. :D
Jules :)



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