Sonntag, 5. April 2015

Give it a try - englischsprachige Bücher [K]

Hallo meine Lieben!

Vor ein paar Tagen war ich in der Stadt und habe mit Erstaunen festgestellt, dass meine Lieblingsbuchhandlung jetzt auch ein Regal mit Büchern auf Englisch in ihrem Sortiment hat. Das hat mich ehrlich erstaunt, denn selbst wenn wir hier die eine oder andere Sehenswürdigkeit haben, kommt in unser Städtchen keine Flut an Touristen – die Bücher sind also allesamt nicht für Reisende sondern für uns Anwohner gedacht. Mit anderen Worten: Der Trend der Globalisierung hat es auch ins letzte Kaff geschafft. Englische Bücher sind im Kommen. Immer mehr greifen danach, um ihre Englischkenntnisse aufzubessern – wobei sie die unterschiedlichsten Gründe vorweisen können. Hauptsächlich wird dies für den Job oder die Schule benötigt, aber immer mehr wollen auch für den privaten Gebrauch besser Englisch lernen. (Ein Freund sagte erst neulich zu mir: „Dann kann ich die Spiele alle schon auf Englisch zocken.“)
Ehrlich gesagt finde ich diese Entwicklung mehr als positiv, obwohl ich gestehen muss, dass ich selbst englische Bücher bisher eher gemieden habe. Ich lese Romane einfach lieber auf Deutsch und wenn es mal eines auf Englisch sein darf, dann greife ich – ganz Freak – gleich zu Shakespeare und Co. und ärgere mich ewig mit dem alten Englisch herum. Fragt mich bloß nicht, warum. Allerdings habe ich in der Schule bereits ein englisches Buch gelesen und kann euch versichern, dass man seine Kenntnisse wunderbar damit verbessern kann. Unsere damalige Lehrerin hat uns immer wärmstens empfohlen, Filme auf Englisch zu sehen, aber die Grammatik und die Vokabeln bekommt man meiner Meinung nach immer noch eher mit, wenn man sie liest. Filme hingegen finde ich eher für die Leute geeignet, die mit dem Hörverständnis oder der Aussprache Probleme haben. Außerdem sind sie eher etwas, wenn man schon relativ gut in Englisch ist, weil man sonst auch nicht viel davon hat, wenn die Leute im Film alle schnell vor sich hin Plappern. Bei Büchern hingegen kann man in seinem eigenen Tempo vorangehen.
So oder so, habe ich oft mitbekommen, dass Leute, die schlecht in Englisch sind, ein wenig Angst davor haben, Bücher oder Filme nicht auf Deutsch zu lesen bzw. zu schauen. Oft, weil sie glauben, dass sie die Vokabeln und damit den Sinn nicht verstehen. Ich kann euch aber versichern, falls ihr solche Zweifel habt, sind diese unbegründet. Eine einzelne Vokabel ist schnell nachgeschlagen und ansonsten versteht man sehr viel schon aus dem Kontext. Bei Filmen ist es eher schwer, aber bei Büchern gibt es außerdem zu einigen Romanen Spezialauflagen, die an den jeweiligen schulischen Stand angepasst sind. In solchen Schullektüren sind dann oft auch viele Wörter in der Fußzeile erklärt. Wenn ihr euch also bei einem Roman nicht sicher seid, greift doch erst mal zu so einem Buch, schaut, wie ihr durchkommt und stärkt euer Selbstbewusstsein für einen „richtigen“ Roman.
Ansonsten ist meine Empfehlung, euch zunächst an Jugendbücher zu halten. Denn genau wie bei uns, sind auch in England/Amerika Jugendbücher in einer einfachen Sprache gehalten und erleichtern das Verstehen somit ungemein.
Wenn es euch eher wie mir geht, ihr in Englisch eigentlich gut seid und einfach keinen Bock darauf habt, dann sag ich euch mal, was mich überzeugt hat, doch mal zu einem englischsprachigen Buch zu greifen: Es gibt Bücher, die ich gerne lesen würde, die aber von keinem Verlag in Deutschland bisher übersetzt wurden. Keine Ahnung, ob das irgendwann mal noch geschieht, wozu soll ich darauf warten? Am Ende wird es nie eine geben. Also werde ich sie jetzt wohl auf englisch lesen.
Um euch auch ein wenig auf den Geschmack zu bringen, werde ich euch morgen die erste Rezension auf diesem Blog zu einem englischssprachigen Buch reinstellen. Ich habe extra darauf geachtet, dass ich erstmal ein Buch nehme, dass man gut verstehen kann und ich hoffe sehr, ihr seid interessiert und schaut morgen mal rein!

Frohe Ostern!
Jules :)

Kommentare:

  1. Ich lese doch keine Jugendbücher, die habe ich nicht einmal als Jugendliche gelesen ;-)

    Nee, ernsthaft ...

    Ich selbst lese zu 80 Prozent englischsprachige Gayromances und nur noch zu 20 Prozent Bücher auf Deutsch. Mein Mann, der so viel besser Englisch kann als ich, würde dagegen niemals ein englisches Buch lesen. Wenn man nach einem schweren Arbeitstag nach Hause kommt und ein Buch in die Hand nimmt oder man will ich am Wochenende mit der Lieblingslektüre entspannen, dann haben Viele keine Lust, sich mit einer für sie fremden Sprache auseinander zu setzen. Ich kann das gut nachvollziehen, obwohl ich mich selbst ja praktisch durch die englischen Bücher geradezu wühle.

    Ich denke, es geht selten um die Frage, wieviel man von dem und dem versteht, sondern um die Entscheidung, sich in der Freizeit auch noch abzustrampeln (oder eben nicht). :-)

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Das verpasst du aber was. ;)

      Also ich habe total viele Bekannte, die auch fast ausschließlich englische Bücher lesen und meine Erfahrung ist auch, dass es nicht anstrengend ist, wenn man sich nach den ersten paar Seiten erstmal eingefunden hat. Zumindest hatte ich jetzt nicht das Gefühl, dabei nicht entspannen zu können.

      Wie aber oben schon gesagt, ist es ja hauptsächlich ein Tipp für Leute, die ihr Englisch verbessern möchten. Und ich denke nicht, dass man sein Englisch verbessert, indem man nichts dafür tut.
      Wenn das jemand schafft, dann muss er mir unbedingt sagen, wie er das gemacht hat...

      Wenn man der Meinung ist, es schon zu können und es einfach nicht will, dann ist das auch okay, ich will ja keinen überreden es zu probieren. Viele können es aber auch und haben Hemmung. So ging es mir ja auch. Ich bin der Meinung, ein gutes Englisch zu haben, aber ich dachte immer, es ist anstregnend, ein englisches Buch zu lesen. Und ich hatte Angst, trotzdem einiges nicht zu verstehen. Jetzt habe ich es probiert, das meiste verstanden und als ich drin war, hab ich es genauso locker flockig gelesen, wei die deutschen Bücher. Vielleicht macht diese Erfahrung einigen Mut, die genauso skeptisch sind wie ich es war. Darum gings mir und wenn ich wem damit geholfen habe, habe ich doch auch schon alles richtig gemacht.

      Löschen