Samstag, 18. April 2015

Entscheidungen (Gerry Stratmann/Nathan Jaeger)

Hey ihr!

Das heutige Buch nennt sich "Entscheidungen", stammt vom Nathan Jaeger und Gerry Stratmann und erschien in der Gay-fusioN GbR. Auf 240 Seiten geht es um zwei Männer, deren Leben nach einem einfachen Zusammenstoß für immer mit einander verwoben wird.


Beschreibung:

Aus einem einfachen Zusammenstoß auf einer Fachmesse entsteht nach und nach erst eine Freundschaft, dann tiefe Zuneigung. Möglich ist es für die zwei Männer aber nicht, zu ihren Gefühlen zu stehen. Schon gar nicht, weil einer von ihnen noch in einer Beziehung steckt, die allerdings einen zerstörerischen Charakter angenommen hat.

Meine Meinung:

Teil 1:

Ich teile das jetzt mal auf, weil es mir dann leichter fällt, eine passende Rezension dazu zu schreiben. Ich glaube, das ist sehr hilfreich, weil ich sehr viel zu dem Buch zu sagen habe und erstmal meine Gedanken sortieren muss.
Am Anfang war ich ehrlich gesagt nur wenig begeistert. Man checkt die Situation irgendwie zunächst nicht wenig. Schon allein, weil ja auch in der Beschreibung nicht wirklich gesagt wird, um was es geht. Es ist ein wenig nervig und fast schon langweilig, wenn man nicht wirklich ahnt, auf was es hinaus laufen soll. Man muss dann echt eine ganze Weile lesen, ehe man versteht, was jetzt überhaupt Sache ist.
Wenn man dann mal drin ist, dann ist es aber doch recht spannend. Ich mag auch, dass es so etwas Tiefsinniges hat. Man kann es gar nicht so genau beschreiben. Er verliebt sich eben nach und nach in einen anderen, ist aber noch in einer Beziehung, die allerdings einen zerstörerischen Charakter angenommen hat. Und dann muss er sich eben trennen.
Gut daran hat mir gefallen, dass geschildert wurde, dass zu so etwas immer zwei gehören. Und das man vielleicht Fehler in einer Beziehung machen kann, aber nie alleine dafür verantwortlich ist, wenn etwas scheitert. Letztlich macht der eine vielleicht einen Fehler, aber eine Katastrophe wird es erst, wenn der andere sich dann dafür rächen möchte, statt auf Klärung zu setzen. Ich kann das nicht wirklich gut erklären, aber das Buch hat wirklich Tiefgang, das könnt ihr mir glauben.
Zum Stil kann man sagen, dass es doch ein recht schöner Stil ist. Es sind viele wundervolle Textpassagen enthalten, die zwar teilweise ein wenig kitschig sind, aber teilweise auch einfach sehr anrührend und wirklich… ich habe gar kein passendes Wort dafür, aber ich würde sagen, dass ist schon echt gute Literatur.
Allerdings habe ich ein großes Problem, dass mich wirklich sehr gestört hat: Beide Teile sind in der 2. Person geschrieben. Es wird halt immer nur der andere angesprochen und deshalb fühlt man sich als Leser so ein bisschen außen vor. Es ist, als wäre das Buch gar nicht für Dritte, sondern nur für den jeweils anderen geschrieben. Wahrscheinlich ist dem auch so, aber es wirkt dadurch halt für andere Leser irgendwie distanziert.

Teil 2:

Im Prinzip wird im zweiten Teil noch mal die gleiche Geschichte, nur aus Sicht des anderen erzählt. Man braucht aber keine Angst haben, dass es irgendwie langweilig sein könnte, weil das hier wirklich sehr gelungen ist. Es werden Dinge erzählt, die im ersten Teil so nicht dargestellt werden, so dass man wirklich noch mal eine ganz andere Sicht auf die Situation bekommt und nichts einfach nur wiederholt wird. Natürlich überschneiden sich manche Dinge, ist ja nur logisch, aber einiges ist auch neu.
Auch hier ist der Stil großartig. Wieder sehr wortgewandt und auch wieder sehr emotional. Es gibt eine Textpassagen, die einfach nur großartig sind. Natürlich ist es schon seeeehr romantisch. Ich, der keinen Kitsch mag, findet es an einigen Stellen echt zu viel. Aber oft ist es auch auf den Punkt und dann gefällt es mir doch sehr gut. An manchen Stellen hat es mir dann sogar Tränen in die Augen getrieben. Es ist halt sehr ehrlich, wenn ihr wisst, was ich damit sagen will. Einfach eine wunderschöne Liebeserklärung. Und das ist es auch, oder? Ich weiß nicht, ob da andere mehr wissen als ich, aber genau so kommt es mir vor: Eine Liebeserklärung aneinander. Und dazu noch eine wunderschöne.
Ich glaube, für die beiden ist das wirklich perfekt so.
Als Leser hingegen, und das habe ich ja schon zu Teil 1 gesagt, fühlt man sich ein wenig außen vor. Auch, weil man bei manchen Dingen nicht so ganz ins Bilde gesetzt wird. Ich weiß z.B. immer noch nicht, was genau in der Vergangenheit geschehen ist. Das wird nur so angeschnitten und nie ganz konkret gesagt. Nun ja, ich schätze, das muss man wohl einfach so hinnehmen.

Altersbeschränkung/Zielgruppe:

Wenn man als Leser damit leben kann, ein wenig außen vor zu sein, dann lohnt sich das Buch wirklich. Es ist eine wunderschöne Liebeserklärung, die einen sicher berühren kann. 
Alterstechnisch kann man das Buch locker ab 12 Jahren lesen, allerdings ist es doch teilweise recht tiefsinnig, also vielleicht nicht unbedingt ein typisches Jugendbuch, sondern eher etwas für Leute, die sich schon mit ernsteren Geschichten auseinandersetzen können.

Puh, ich habe ewig für die Rezension gebraucht. Kennt ihr das, wenn ihr so gar nicht wisst, wie ihr eure Gedanken jetzt formulieren sollt? So ging es mir hier.
Jules :)

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