Mittwoch, 11. März 2015

Let's have a quickie [K]

Hallo ihr Lieben!

Die Quickie-Reihe gibt es ja nun schon recht lange und irgendwie habe ich es bisher versäumt, mal ein wenig mehr darauf einzugehen. Das wollte ich jetzt endlich mal nachholen, weil sie mir so gut gefällt und ich vorhabe, sie noch länger weiter zu führen.
Ich weiß, ich habe es schon hunderte Male gesagt, aber für alle, die sich zum ersten Mal auf diesen Blog verirren: In der Reihe stelle ich regelmäßig Geschichten vor, die einen Umfang von weniger als 100 Seiten haben und meist nur frei publiziert als eBooks erhältlich sind.
Ich persönlich finde solche Geschichten eigentlich richtig klasse. Sie bieten Platz für Geschichten, die zu wenig Inhalt für ein ganzes Buch haben, sich aber dennoch zu erzählen lohnen. Oft gibt es zum Beispiel einfach Ausschnitte aus dem wahren Leben zu lesen, die man in keinen Roman packen kann, die aber trotzdem spannend sind. Warum sollten diese dann nicht auch irgendwo niedergeschrieben werden dürfen?
Zudem bietet es Autoren natürlich eine größere Plattform, um auf sich Aufmerksam zu machen. Jemand mit einem richtig guten Stil kann dadurch Fans gewinnen und schafft dann vielleicht eher den Sprung, irgendwann mal einen richtigen Roman auf den Markt zu bringen.
Ich finde auch immer wieder ganz toll, wenn eine kurze Nebenstory zu einer Geschichte erzählt wird, in der ein kleiner Ausschnitt aus dem Miteinander der Protagonisten oder dem Leben einiger Nebencharaktere erzählt wird. Für so etwas braucht es nicht immer ein ganzes Buch, man kann den Lesern auch so schon eine Freude machen.
Natürlich muss man auch einfach sagen, dass sie billig sind. Klar kriegt man dementsprechend auch weniger geboten, aber für jemanden, der knapp bei Kasse ist, besteht immerhin die Möglichkeit, überhaupt etwas zu lesen, ohne gleich Geld zusammenkratzen zu müssen.
Überhaupt ist eine kurze Geschichte oft ideal für Leute, die nicht viel Zeit haben oder eigentlich ziemliche Lesemuffel sind, weil sie durch ihre Kürze auch wenig Zeit in Anspruch nehmen. Die paar Seiten sollten für jedermann drin sein. Manchmal biete es sich auch an, so eine Geschichte in der Mittagspause oder auf einer nicht all zu langen Zugfahrt zu lesen. Dann ist man durch, wenn es weitergeht und hat sich in der Zeit trotzdem optimal unterhalten. (Ich spreche da aus Erfahrung! ;D) Ihr seht, es gibt einige Punkte, die dafür sprechen, solchen Quickies eine Chance zu geben.
Aber natürlich haben solche kurze Geschichten auch oft einige Mankos und die möchte ich hier auch nicht unter den Tisch fallen lassen. Es ist nun mal leider häufig so, dass diese Geschichten keinen guten Stil oder viele Fehler enthalten. Das kommt meist davon, dass sie eben keinen Verlag über sich haben, aber eigentlich ist es nicht zu entschuldigen. (Wenn ihr mehr zu dieser Sache lesen wollt, dann klickt vielleicht mal auf meiner Kolumne über frei publizierte Werke, da lasse ich mich noch ein wenig darüber aus.)
Hinzu kommt, dass kurze Geschichten selbstverständlich nicht so detailliert ausgeführt sind, wie richtige Romane. Es gibt auch Ausnahmen, aber oft kommt nicht wirklich Spannung rein oder das Ende kommt sehr schnell und eher abgehackt. Hinzu kommt noch, dass man mitten ins Geschehen versetzt wird, eine Vorgeschichte oder viele Erklärungen findet man da eher selten. In gewisser Weise ist das einfach nur ärgerlich, andererseits kann man eben auf so wenigen Seiten nicht sehr viel mehr erwarten. Man muss sich eben darüber klar sein, dass es keine „richtigen“ Bücher sind und nicht für einen langen Leseabend taugen, bei dem man möglichst viel geboten bekommen möchte. Und auch, dass diese Geschichten nicht lang genug sind, um den teuren Druck zu finanzieren, weshalb es sie eigentlich (fast?) nur als eBooks gibt. Wer also keinen Reader hat, hat in dem Fall einfach Pech.
Bevor ich euch jetzt aber abschrecke, sollte ich vielleicht noch mal klar stellen, dass es durchaus kurze Geschichten gibt, die sich von gewissen „Fehlkäufen“ abzeichnen und die auch auf 80 Seiten ein befriedigendes Leseerlebnis bieten. Ich mache es immer so, dass ich sie mir als Bonus kaufe. Aber ich würde nie auf die Idee kommen, meine gesamte Lesezeit mit Quickies zu füllen. Denn auch wenn sie manchmal ein kurzes, wirklich schönes Leseerlebnis darstellen können, sind sie mir auf Dauer zu unbefriedigend.
Eine Chance kann man ihnen aber auf jeden Fall geben, man muss sich nur klar machen, dass man nicht immer all zu viel erwarten darf. Aber genau genommen kann man das bei keinem Buch, denn es gibt auch lange Geschichten, die ihr Geld einfach nicht wert sind. Von daher geht einfach frei von Vorurteilen an solche Kurzgeschichten ran und vielleicht entdeckt ihr ja auch das eine oder andere Schätzchen unter ihnen.

Jules :)

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