Samstag, 28. März 2015

Gefühlscocktail (C. Griethe)

Na ihr Lieben,

Eine neue Rezension steht an: Es geht heute um "Gefühlscocktail" von C. Griethe. Dieses wird frei publiziert, umfasst 229 Seiten und handeln von Rick, der sich in die angebliche Affäre seiner Freundin verliebt.


Beschreibung:

Seit Eric - von allen Rick genannt - mit seiner Freundin Leonie zusammenwohnt, ist diese wie ausgewechselt und die Beziehung am Ende. Als wäre das nicht schlimm genug, muss Rick auch noch an ihrer Treue zweifeln, nachdem er eine fragwürdige SMS auf ihrem Handy entdeckt. Zufällig trifft er Übeltäter Fabio auch noch in dem Club, in dem er an der Bar arbeitet und hofft nun, etwas über die mußmaßliche Affäre herauszubekommen, wenn er sich mit diesem anfreundet. Bald wird ihnen aber klar, dass Fabio und Rick eher aneinander, als an Leonie interessiert sind.

Meine Meinung:

Tja, meine Meinung ist nicht gut, so viel gleich vorweg. Im Prinzip ist das wieder der gleiche Fall, wie damals schon bei "lovely toyboy". Ich dachte ja, das Buch war ein Fehltritt, weil mir die anderen Geschichten recht gut gefallen haben, aber dieses hier ist wieder genauso - sorry - schlecht wie eben schon "lovely toyboy".
Dabei fängt es recht vielversprechend an. Die ganze Geschichte mit Leonie und dem Kennenlernen von Rick und Fabio ist interessant und spannend und macht einfach Lust auf mehr. Und auch, als sich die Jungs dann näher kommen und Leonie Geschichte ist, ist es anfangs noch putzig. Es geht auch alles ohne großes Drama oder viel Kitsch voran, also wirklich so, wie ich es mag.
Aber ab der Mitte ist es einfach nur noch nervig. Ich hatte das Gefühl, es gibt überhaupt keine Handlung mehr, weil es nur noch um Sex geht. Es ist wirklich so, dass zwischen den Sexszenen kaum Atempausen sind. Im Prinzip ist das Buch ein halber Porno. Die Szenen sind nicht mal sonderlich schlecht, sondern sehr ausführlich und sinnlich, aber es sind einfach zu viele. Ich habe sogar zwei übersprungen - ausgerechnet ich Verfechter von Sexszenen!
Aber der Mitte gibt es einfach kaum mehr Handlung und die wenigen Problematiken, die es noch zu überwinden gibt, werden eher angerissen und übergangen - Hauptsache es wird zwischendrin richtig viel gevögelt.
Was ich schon bei "lovely toyboy" gehasst habe, war, dass man das Gefühl hat, die Charaktere denken nur noch mit ihrem Schwanz. Es gab eigentlich keinen Satz, indem nicht drin stand, dass sie gerne Sex hätten oder wie heiß der andere ist, etc... Nicht mal - und das muss man sich mal klar vor Augen führen -, als Rick sich vor seinen Eltern geoutet hat, hat er die Finger bei sich lassen können. Stattdessen hat er beim Outing nur an Sex gedacht und sich dann in Form eines willigen Kusses seinen Eltern offenbar. Also ganz ehrlich, egal wie tolerant die Eltern sind, man ist trotzdem nervös. Da denkt man nicht an Sex. Und man outet sich auch nicht, indem man seinen Auserwählten halb vor den Eltern flachlegt. Da könnt ich mich echt aufregen. Sowas macht mich ärgerlich! Wirklich! In welcher Welt leben die denn?
Mich haben auch die Charaktere genervt. Am meisten Fabio. Auf der einen Seite wurde er als total schüchtern hingestellt, als jemand, der schon bei der Erwähnung von Sex rot wird... und auf der anderen Seite fängt er in einem Club vor allen Leuen das strippen an. Hat sein erstes Mal noch nicht hinter sich, aber strippt vor fremnden Leuten. Tut mir Leid, aber geht's noch? Und wie widersprüchlich sein Charakter dadurch wird, liegt ja auf der Hand.
Eigentlich ist das wirklich traurig. Die Geschichte hat Potential, die Unterhaltungen sind witzig und frech (wenn auch oft anzüglich) und der Stil ist auch okay. Man hätte da echt eine gute Geschichte draus machen können. Stattdessen handelt das Buch nur davon, dass sie immer und überall, ganz egal, wer gerade zuschaut, übereinander herfallen.
Also ich bereue, es gekauft zu haben. Ich sag das echt nicht gerne und es tut mir auch irgendwo leid, das hier jetzt so offen sagen und so viel kritisieren zu müssen, aber ich weiß nicht, was ich Positives mir aus den Fingern saugen soll - bis auf die wenigen genannten Punkte, die in Ordnung waren. Es ist auch echt schade, weil ich von C. Griethe schon anderes gelesen habe. Sowohl "Plötzlich anders" als auch "Wenigstens für eine Nacht" mochte ich sehr gerne. Keine Ahnung, warum so unterschiedliche Ergebnisse heraus kommen. Seltsam, echt seltsam.

Altersbeschränkung/Zielgruppe:

Also, wenn ihr wirkliche Handlung wollt, seid ihr hier falsch. Aber wer auf viele ausführliche Sexszenen Lust hat, dem kann ich es nur empfehlen. Ich meine das nicht mal sarkastisch, die Sexszenen sind ja echt gut und manchmal hat man einfach Bock auf solche Geschichten - also warum nicht? Ansonsten würde ich das Buch ab 15/16 Jahren empfehlen.

Ich fühle mich jetzt schon schlecht, weil ich so eine negative Rezension geschrieben habe. Aber ich ärgere mich wirklich, dafür Geld ausgegeben zu haben. Und das muss man ja sagen dürfen. Trotzdem tut es mir irgendwie weh, weil ja auch Arbeit und Herzblut in dem Werk steckt. Nur dann hätte man vielleicht lieber gleich ein Erotikwerk draus gemacht, dann wäre das alles völlig legitim gewesen...
Jules :)

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