Mittwoch, 4. März 2015

Denkt positiv! [K]

Hallo ihr Lieben!

Heute geht es mal um ein etwas ernsteres Thema, welches mir wirklich am Herzen liegt. Mir ist das neulich bei einem Buch aufgefallen, was ich bisher leider nicht in allen Büchern aus dem Genre Gay Romance entdeckt habe. Und zwar geht es um HIV.
Ich weiß nicht, wie viele Bücher ich schon gelesen habe, die das Thema einfach übergehen, in welchen die Charaktere einfach Sex haben, ohne dass auch nur einmal angesprochen wird, dass sie dabei ein Kondom verwenden oder sich irgendwie anders abgesichert haben, dass beide Sexpartner gesund sind. Das ist eigentlich ziemlich traurig, denn gerade in diesem Genre – und auch wenn das teilweise ein Vorurteil der Gesellschaft ist, so ist trotzdem etwas Wahres dran –, ist es einfach wichtig, HIV nicht tot zu schweigen.
Wenn man in Büchern ständig zu lesen bekommt, dass es ganz normal und okay ist, solch grob fahrlässigen Sex zu haben, dann suggeriert das eine falsche Wahrheit, die für viele im wahrsten Sinne des Wortes tödlich enden kann.
Ich weiß gar nicht, warum es viel zu oft vorkommt, dass die Protagonisten ohne irgendwelche Sicherheitsvorkehrungen Sex haben. Ich meine, natürlich sind das nur imaginäre Figuren, denen nichts passieren kann, aber leider gibt es viel zu viele Leute, die solch fahrlässiges Verhalten dann auf die Realität übertragen. Gerade, wenn vielleicht die Leser noch in einem Alter sind, in denen sie sich über die Tragweite der Gefahr und deren Konsequenzen noch nicht so viele Gedanken gemacht haben.
Ich bin wirklich der Meinung, dass man es zumindest ansprechen sollte. Man muss es nicht großartig thematisieren und ein großes Drama drum rum machen, aber ein Satz, in dem von einem negativen Test oder von der Verwendung eines Kondoms die Sprache ist, tut doch keinem weh und damit ist die ganze Sache dann auch abgedeckt. Es verlangt ja niemand von den Autoren, dass sie gleich ein halbes Kapitel an die Problematik von HIV „verschwenden“. Es reicht ja schon, es einfach kurz auf den Punkt zu bringen und dann abzuhaken.
Und wenn man wirklich der Meinung ist, dass es das Leseerlebnis beeinträchtigen könnte, von solchen Dingen zu sprechen, dann kann man doch zumindest im Vor- oder Nachwort noch einmal betonen, dass dies keine reellen Figuren sind und in der Realität selbstverständlich nicht so einfach auf ein Kondom verzichtet werden kann, wie in dem Buch.
Übrigens bin ich der Meinung, dass so eine Ausrede irgendwie blödsinnig ist. Warum kann man es nicht einfach kurz erwähnen? Ist es den Autoren zu lästig? Oder glauben sie wirklich daran, dass so ein Kondom die Stimmung in einer Sexszene zerstören könnte? Ich habe noch nie eine solche Szene gelesen, in der ein Kondom vorkam und von der ich dann dachte: „Oh nein, jetzt finde ich das gar nicht mehr erotisch!“ Das stört doch die Szene nicht. Im wahren Leben macht ein Kondom doch auch nicht gleich die ganze Stimmung kaputt.
Im Übrigen bin ich der Meinung, dass dieses Thema nicht nur ins Gay Romance Genre gehört. Ich finde, bei Heterosexuellen Protagonisten sollte genauso darauf eingegangen werden, denn das ist das Risiko ebenso vorhanden. Aber darüber brauchen wir jetzt nicht reden, weil das hier nichts zu suchen hat.
Was aber hier etwas zu suchen hat, ist die Tatsache, dass wir in diesem Genre viel mehr Kondome brauchen. Klingt jetzt lustig, ist aber so. Wenn schon in der Realität so viele Leute ungeschützten Sex haben, dann sollten doch zumindest die Protagonisten mit gutem Beispiel voran gehen und so gleich beweisen, dass Sex mit Kondom genauso schön sein kann, wie ohne. Oder dass man, ehe man ohne Kondom miteinander schläft, einen Test machen kann. Vielleicht dringe ich ja mit dieser Kolumne zu dem einen oder anderen durch – und wenn nicht, dann habe wenigstens ich es einmal gesagt. Also denkt wenigstens ihr daran, immer geschützten Sex zu haben – damit tut ihr euch selbst den größten Gefallen!

Jules :)

PS: Unter dem Label "HIV" findet ihr Bücher, die sich explizit mit dem Thema beschäftigen. 


Kommentare:

  1. Das ist mir tatsächlich auch schon öfter aufgefallen und ich finde das auch absolut nicht gut.

    Am schlimmsten finde ich ja den Satz, den man vor einigen Werken findet, frei zitiert: "Auf dem Papier kann man sich nicht anstecken, aber im wahren Leben gilt safer Sex."
    Oder jedenfalls so ähnlich. Hier wird es dann immerhin erwähnt, aber wo denn? Vorne auf der ersten Seite, wo Verlag und Auflage usw steht, was eh kein Mensch liest. Und auch die ganze Aussage finde ich recht zweifelhaft.

    Ich überlege gerade mal, aber ich glaube mir fällt spontan kein einziger Heteroroman ein, wo ein Kondom verwendet wird. Eigentlich traurig. Aber ich hab schon so viele gelesen, da bleibt nicht alles im Gedächtnis ;)

    Ich stimme dir aber auf jeden Fall in allen Punkten zu! :)

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ja, es ist einfach so. Darauf wird in Büchern kein Wert gelegt. Dabei ist das so etwas wichtiges, dass es einfach erwähnt werden MUSS!

      Löschen