Samstag, 10. Januar 2015

Zweifel in Worten (Nathan Jaeger)

Hallo!

Heute möchte ich euch den Roman "Zweifel in Worten" von Nathan Jaeger vorstellen. Es umfasst 405 Seiten und ihr könnt es auf Amazon erwerben. Handeln tut es von Frank, der auf einer Datingplattform ein Pärchen kennenlernt und für beide Männer Gefühle entwickelt.


Beschreibung:

Frank flüchtet vor seinem alten Leben nach Berlin und lernt dort über das Internet das Pärchen Sam und Gabriel kennen. Was zunächst nur ein Experiment werden soll, wird schnell mehr, als Frank für beide Männer beginnt, Gefühle zu entwickeln. Aber hat eine Liebe zu Dritt überhaupt eine Chance? Und dann ist da ja auch noch seine Vergangenheit, die ihn plötzlich einzuholen droht. Kann er wirklich verantworten, die beiden Männer mit in seine Probleme zu ziehen?

Meine Meinung:

Das Buch ist wieder so eines, bei dem ich einfach keine Ahnung habe, was ich davon halten soll. Aber gut, ich versuche mal, meine Gedanken zu sortieren.
Was ist bei dieser Geschichte ganz großartig and, ist die Art, wie sie sich dem Thema Dreierbeziehung nähert. Ich kann mir vorstellen, dass es ziemlich schwer ist, so eine Liebe auf eine ARt und WEise zu beschreiben, die Leute davon überzeugt, obwohl sie sich so etwas für sich selbst gar nicht vorstellen können. Das gelingt hier echt gut. Es werden einfach die Gefühle geschildert, die Frank sowohl für Sam als auch für Gabriel entwickelt und beide für sich kann man dann gut nachempfinden. Dann ist es auch nicht mehr schwer, sie zusammen zu fügen. Ganz klasse ist aber, dass auch alle Ängste, Zweifel und Probelme, die mit so einem Trio auftauchen können, angesprochen und als Gedanken geschildert werden. Es ist sehr positiv, dass darauf eingegangen wird, statt alles nur rosarot und naiv zu beschreiben.
Überhaupt finde ich, dass die Geschichte insgesamt schön und ausführlich beschrieben wird. Manchmal fast zu sehr, weshalb ich an der einen oder anderen Stelle das Gefühl hatte, dass sie wirklich sehr langatmig ist. Gleichzeitig werden dann aber Szenen übersprungen, die nicht zwingend Schlüsselszenen sind, die ich mir aber doch ausgeführt gewünscht hätte, weil sie essentiell zur Geschichte beitragen.
Bei den Charakteren bin ich ein wenig zwiegespalten. Am Anfang waren sie mir alle durchweg sympathisch, aber im Laufe der Geschichte hat sich Frank zu einer Mischung aus - sorry - Pussy und Dramaqueen entwickelt und ging mir nur noch auf die Nerven. Seine furchtbare Vergangenheit hin oder her, man kann sich auch mal zusammenreißen. Gabriel und Sam finde ich da wesentlich erträglicher, auch wenn Sam öfters ein wenig über das Ziel hinaus schießt.
Zurück zur Geschichte selbst. Der ganze Storyaufbau, vom Kennenlernen bis Ausprobieren bis Zusammensein finde ich großartig. Und auch Franks Vergangenheit, die ihn wieder einholt, gibt der Sache wirklich eine erfrischende Wendung. Aber dann wird es zu viel. Plötzlich spielen lauter Krimi-Elemente mit ein: hier ein Auftragskiller und da eine Entführung... Also bitte! Man löst Probleme nicht, indem man jemanden umzubringen versucht. Ich weiß nicht, ob es da nicht auch einfach Polizei und Gefängnis getan hätten. Ich fand es übertrieben.
Das Schlimmste ist dann noch: Es war mir viel zu kitschig. Wir reden hier von erwachsenen Männern, die sich aber gegenseitig angehimmelt und umkuschelt haben, als wären sie 12 Jahre alt. Ich weiß, ich bin eh sehr kritisch in diesem Punkt und es gibt sicher genug, die es genau richtig fanden, aber mir haben sich teilweis wirlich die Nackenhaare aufgestellt.
Um noch etwas positives am Schluss zu sagen: Die Sexszenen sind wirklich erotisch - vor allem weil sie auch noch zu Dritt sind. ;D

Altersbeschränkung/Zielgruppe:

So, jetzt hab ich so viel kritisiert und dennoch hat das Buch in dem Punkt Dreierbeziehung ein einziges großes Lob verdient. Deswegen empfehle ich es allen, die zu diesem Thema mehr und gelungenes lesen wollen.
Vom Alter her, würde ich es eher ab 16 Jahren empfehlen, vielleicht gar erst ab 18. Schon allein wegen den Sexszenen und dem krassen Ende.

Manchmal frage ich mich, ob ich in Rezensionen zu kritisch oder zu viel des Lobes bin, aber letztlich ist das eben meine Meinung. Und ich möchte euch nichts vorlügen, nur um jemand anderen einen Gefallen zu tun. Ihr könnt mir also glauben, dass ich jedes Wort in jeder Rezension genau so meine, wie ich es schreibe. Wer dann anderer Meinung ist, kann das ja gerne sein.
Jules :)

Kommentare:

  1. Hey,

    eine sehr schöne Rezension, gefällt mir wirklich gut. Ich empfinde deine Rezensionen nicht als zu kritisch, ich denke letztendlich sollte man doch das aufschreiben, was einem durch den Kopf geht. Wenn dir halt gerade zu viel Kitsch drin ist, dann ist das eben so und es muss ja nicht heißen, dass das andere auch so sehen. Ich denke, jeder weiß oder sollte wissen, dass Rezensionen immer subjektiv sind und deshalb kann man da fast nicht zu kritisch sein. Wenn einen was stört, dann stört einen was.

    Ich hab schon von mehreren Seiten gehört, wie toll das Buch sein soll. Für mich ist das absolut gar nichts, weil ich Dreiecksgeschichten nichts abgewinnen kann.
    Auch sonst nennst du ja einige Punkte auf die ich eher verzichten kann, also ausnahmsweise mal kein Kandidat für die Wunschliste.

    Grüße,
    Julia

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    1. Hey,

      vielen Dank. Manchmal empfinde ich es als schwer, die richtige Balance zu finden. Eben weil ja jeder einen anderen Geschmack hat. Was ich total scheiße oder supertoll finde, muss ja bei anderen nicht der Fall sein. Und auch wenn eine Rezension klar sehr subjektiv ist, möchte ich damit ja anderen auch helfen. Deswegen hoffe ich immer, dass ich zumindest bis zu einem gewissen Grad neutral bleiben kann. Ganz ist eh nicht möglich, aber ich bemühe mich, immer Pro und Contra zu nennen.

      Ich merke auch immer mehr, dass mir Dreiecksgeschichten nicht gefallen. Das Buch hier ist eigentlich super - aber da sie zu dritt sind, ist es irgendwie schwer, mich dafür zu begeistern. So ging es mir jetzt schon mehrmals. Vermutlich werde ich solche Konstellationen demnächst eher meiden.

      Liebe Grüße! :)

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