Mittwoch, 3. Dezember 2014

Gibt es das perfekte Buch? [K]

Hey Leute!

Vor einigen Tagen habe ich eine Rezension geschrieben, die mir wirklich Bauchschmerzen bereitet hat. Es tat mir unglaublich leid, so viel Schlechtes über eine Geschichte sagen zu müssen, aber ich konnte auch einfach nicht viel Positives finden. Dabei scheue ich mich eigentlich immer davor, zu stark Kritik zu äußern, weil ich der Meinung bin, dass jedes Buch seine Zielgruppe hat und ich wohl einfach nur kein Teil davon war. Dennoch muss ich in diesem Fall schonungslos meine Meinung sagen – immer mit dem Verweis darauf, dass es eben meine Meinung ist – , weil das Buch für mich einfach alles andere als perfekt war. Wobei wir eigentlich schon beim Thema sind, denn an diesem Punkt stellt sich natürlich die Frage: Gibt es denn überhaupt das perfektes Buch?
Die Antwort ist erstaunlicherweise ein ganz klares „Ja!“. Allerdings muss man einräumen, dass jeder dabei ein anderes Buch nennen wird. Und das ist ja auch ganz klar, immerhin besitzen wir alle ganz individuelle Vorlieben und Abneigungen und entscheiden somit ganz subjektiv, was wir als „perfekt“ erachten. Das wird wohl jeder wissen, deswegen muss ich dazu wohl auch nicht mehr viel sagen.
Was einigen aber nicht so klar sein wird, ist, dass wir uns manchmal auf diese Tatsache besinnen sollten, ehe wir überstürzt handeln. Ich möchte damit sagen, dass man sich nicht von der Meinung anderer beeinflussen lassen sollte, wenn man sich ein Buch kaufen möchte. Das soll nicht bedeuten, dass niemand mehr Rezensionen lesen soll, weil sie eh nicht seiner eigenen Meinung entsprechen können, sondern nur, dass man diese beim Lesen auch kritisch hinterfragt. Gerade auf großen Portalen gibt es so viele Kundenrezensionen, die sich teilweise ziemlich stark widersprechen, dass man gar nicht mehr weiß, wem man eigentlich glauben soll. In diesem Fall muss man wohl einfach auf sein Bauchgefühl hören und sich überlegen: „Könnte mir das Buch gefallen?“ Klar kann man sich täuschen, aber warum sollte man es nicht wagen, nur weil jemand wildfremdes anderer Meinung war?
Bevor ihr jetzt aber alle beschließt, nie wieder eine Rezension oder einen Bücherblog zu lesen, muss ich einräumen, dass gerade Blogs dennoch eine gute Entscheidungshilfe sein können. Ihr kennt den Autor/die Autorin des Blogs ja vielleicht schon länger, habt zumindest schon einige Rezensionen zu Büchern durchgeschaut, die ihr vielleicht auch selbst schon gelesen habt, und könnt somit sehr schnell schlussfolgern, ob die Meinung in dem Blog sich mit euerer relativ deckt oder gänzlich von dieser abweicht. Ist Ersteres der Fall, so spricht wohl nichts dagegen, sich doch auf die Rezension zu verlassen. Wenn aber eure Meinung des Öftern schon abgewichen ist, lohnt sich der Kauf vielleicht trotzdem.
Seid also ein wenig kritischer, wenn ihr einen Blog besucht oder eine Kundenrezension lest und denkt immer daran, dass sich dahinter auch nur ein Mensch mit einer subjektiven Meinung verbirgt. Es kann nie verkehrt sein, sich ein paar Entscheidungshilfen zu holen, aber letztlich entscheidet ihr. Denn sicher ist, dass es nichts bringt, einer Rezension blind zu vertrauen – ebenso wenig, wie es nichts bringt, den Menschen für seine eigene Meinung zu kritisieren. Denn auch das kann passieren: Ihr habt ein Buch geliebt und ein anderer hat es stark kritisiert. Bevor ihr also einen unfreundlichen Kommentar unter dieser Rezension hinterlasst, denkt daran, dass Geschmäcker eben verschiedenen sind. Niemand kann etwas für seine eigene Meinung, also lasst sie ihm und vertraut auf eure eigene.

Jules :)

Kommentare:

  1. Mal wieder ein interessantes Thema und ich habe jetzt seit Dezember über eine Antwort auf deine Frage nachgedacht. Nein, Quatsch, aber für deine Kolumnen nehme ich mir immer ein bisschen Zeit und die ist ja soooo rar bei mir.^^

    Ich tue mich immer ein bisschen schwer mit dem Wort perfekt, denn genau wie du sagst etwas kann nur und ausschließlich in einem subjektiven Kontext perfekt sein. Aber manchmal hab ich fast das Gefühl, dass es häufig vergessen wird und manche Leute denken, für alle sind die gleichen Standards perfekt.

    Wichtig ist das Wort "Entscheidungshilfe". Wenn man ein Buch unbedingt lesen will, dann wird man sich auch kaum durch schlechtere Reaktionen aufhalten lassen. Aber wenn man sich eben nicht sicher und es sich nur einfach gut anhört, dann können Rezensionen schon helfen. Gerade wenn jemand zum Beispiel sagt, mir hat nicht gefallen das das Ende offen ist, dann weiß man: Mag ich offene Enden, ja/nein? Und tendiert dann in eine Richtung. Insofern helfen mir Rezensionen immer sehr weiter und ich wähle die meisten meiner Bücher nach Rezensionen aus. Also natürlich lese ich schon den Klappentext, aber ich meine, ob es dann auf die Wunschliste wandert oder nicht hängt von Rezensionen ab. Ich verstehe immr die Leute nicht, die sagen sie lesen keine. Da frag ich mich warum sie selbst welche schreiben.

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    1. Gibt es echt Leute, die keine Rezensionen lesen, aber selbst welche schreiben? Das sind dann wohl so Menschen, die denken, die Welt hat nur auf ihre Meinung gewartet und die der anderen Mitmenschen zählt für sie nicht. Okay, das klingt hart, aber ich kann mir keinen anderen Grund vorstellen.
      Wenn mir ein Buch zusagt, dann lese ich auch keine, sondern kaufe es mir einfach. Aber oft überlege ich einfach lange hin und her und dann kann mir so eine Rezension echt helfen, weil ich alleine einfach nicht weiterkomme.
      Und ich lese gerne Rezensionen von Büchern, von denen ich vorher noch nie gehört habe, weil ich da schon ganz oft gute Tipps gefunden habe.

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    2. Ich habe auch sehr gestaunt, aber ja, die gibt es. Man kann den Menschen ja nur vor den Kopf gucken, aber ich glaube das ist gar nicht mal so der Gedanke dahinter. Es geht eher darum, dass sie sich zum einen auf keinen Fall spoilern lassen wollen und zum anderen aber auch das was du schon sagst. Nur das lesen, was einen interessiert, wozu braucht es dann die Rezensionen?

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    3. Im Prinzip ist das aber auch wieder sinnlos, denn eine gute Rezension sollte jetzt nicht alles spoilern. Klar, spricht man mal einen Punkt an, der dann schon ein wenig verrät, wie es weiter geht, aber ich hatte es bisher noch nie so krass, dass ich nach der Rezension schon wusste, wie das ganze Buch aufgebaut ist.
      Es ist schon recht schade, weil man doch gerade unter Bloggern auch ein wenig zusammenhalten sollte. Nur erwarten, dass alle seinen eigenen "Mist" lesen und nie mal was von anderen anschauen, finde ich einfach nicht so gut.

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    4. Das weißt du aber vorher nicht. Es steht ja oft nicht dran ob da jetzt mal grad das Ende verraten wird oder nicht. Vorsicht ist besser als Nachsicht ;)

      Ich teile deine Meinung aber durchaus, ich versteh das auch nicht.^^

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    5. Kommt drauf an. Wenn man den Blog kennt, denn weiß man ja auch ob der Blogger/die Bloggerin gute Rezensionen schreibt oder zu viel vorweg nimmt.

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