Mittwoch, 31. Dezember 2014

Das Bild von Frauen im Genre "Gay Romance" [K]

Hey ihr Lieben!

Das Jahr neigt sich dem Ende zu und zum Abschluss möchte ich noch einmal ein sehr heikles Thema ansprechen, dass mir wirklich sehr am Herzen liegt. Es geht – wie der Titel schon verrät - um das Bild von Frauen im Genre „Gay Romance“.
Erst neulich hatte ich wieder ein Buch in Händen, in welchem Frauen geradezu lächerlich dargestellt wurden. Ihr könnt euch gar nicht vorstellen, wie mich das aufgeregt hat. Ich verstehe einfach nicht den Sinn dahinter, Frauen allesamt als Tussis und Pestbeulen zu beschrieben. Im Gegenteil: Gerade beim Thema Homosexualität wird immer viel Wert auf Toleranz und Akzeptanz gelegt – und dann diskriminiert man aber Hetero-Frauen, wo man nur kann. Wie paradox ist das denn bitte?! Zumal man nicht vergessen darf, dass heterosexuelle Frauen eine der größten Zielgruppen im Genre „Gay Romance“ sind. Weiß der Teufel, warum, aber es ist so.
Leider scheinen Autoren nur so mit Klischees um sich zu werfen. Interessanterweise bilden lesbische Figuren fast immer eine Ausnahme davon, was auch schon wieder Fragen aufwirft. Was will der Autor uns mit dieser Tatsache sagen? Dass Lesben keine „normalen“ Frauen sind? Oder dass Hetero-Damen ihnen gegenüber minderwertig sind? Was auch immer der Grund dafür ist, unnötig ist es allemal. Gerade, wenn so viel Wert darauf gelegt wird, keine Klischees zu benutzen, die Schwule in eine Schublade stecken, muss es doch möglich sein, auch die Frauenwelt frei von Vorurteilen in das Buch einzubeziehen.
Zumal es auch gar keinen Grund gibt, es nicht zu tun. Es mag ja sein, dass für einen schwulen Mann die Vorstellung, mit einer Frau Sex zu haben, ein wenig eklig ist. Aber deshalb äußert er sich noch lange nicht abfällig über diese oder findet Frauen allgemein eklig. Das ist doch Blödsinn! Viele Männer haben – auch wenn das natürlich auch ein Klischee ist –, eine beste Freundin. Glaubt ihr vielleicht, dass diese ihre beste Freundin eklig oder tussig oder was-auch-immer finden? Nein! Natürlich nicht. Dazu besteht auch gar keinen Anlass. Und deshalb besteht erst Recht kein Anlass, Frauen dann in den Geschichten so darzustellen.
Ich verstehe natürlich, dass es manchmal im Sinne der Geschichte ist, eine Frau in genau diesem übertriebenen Maß zu beschreiben. Traurig – und es ist wirklich traurig! – wird es aber dann, wenn man alle Frauen über einen Kamm schert. Es wird immer Damen geben, die diese bösartigen Klischees tatsächlich erfüllen, aber eben genauso viele, die das komplett Gegenteil sind, oder einfach „normal“. Und genau deshalb kann man sie auch genau so darstellen: normal. Das tut der Geschichte keinen Abbruch, im Gegenteil. Und vor allem beleidigt es dann auch nicht eine sehr große Zielgruppe des Romans.
Eine weitere Zielgruppe von derartigen Geschichten sind übrigens Bisexuelle. Ganz offensichtlich finden diese Frauen auch nicht so abscheulich, wie man sie manchmal in diesen Romanen dargestellt findet. Also vielleicht sollte man erstmal das Denken anfangen, ehe man zu Tippen beginnt.
Ihr merkt schon, es regt mich ziemlich auf und ich könnte mich da noch viel mehr hineinsteigern, aber ich verschone euch. Ich möchte nur noch anmerken, dass das natürlich nicht auf alle Bücher im „Gay Romance“-Bereich zutrifft. Eher auf einen kleinen Teil, der meist Kurzgeschichten und eBooks umfasst. (Da merkt man dann wieder, dass kein Verlag dahinter steht, aber das ist ein anderes Thema…) Leider ist es mir in letzter Zeit in gehäufter Weise aufgefallen und deshalb musste ich einfach einmal Dampf ablassen.
Seid ihr auch schon mal auf so eine Geschichte gestoßen? Fandet ihr es genauso nervig? Ich würde mich über Antworten und rege Diskussionen darüber sehr freuen – damit können wir das alte Jahr dann auch gebührend beenden. :D

Jules :)

PS: Einen guten Rutsch wünsch ich euch allen!!! :3

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