Samstag, 22. November 2014

Say something: Daemon (Andrew Summers)

Hey ihr!

Heute gibt es mal ein wenig was anderes. Darauf freu ich mich ehrlich gesagt schon, weil ich das doch recht spannend und innovativ finde. Aber erstmal zu den Standartangaben: Die Rezension gibt es heute zu "Say something: Daemon" von Andrew Summers. Die Geschichte umfasst 109 Seiten und erschien bei X-Scandal Books. Ihr könnt sie als eBook erwerben.
Handeln tut das ganze von Phil, der sich in seinen Mitschüler Daemon verliebt, aus welchem er einfach nicht schlau wird.


Beschreibung:

Phil ist schwul und wird deshalb von seinen Klassenkameraden gemobbt. Als er in eine neue Klasse kommt, hofft er, dass endlich alles anders wird und er scheint Glück zu haben. Als dann auch noch sein hübscher Mitschüler Daemon seine Nähe sucht, scheint alles perfekt. Aber als wieder das Gerücht umgeht, er sei schwul, verändert sich auch Daemon. Mal sucht er seine Nähe und mal geht er total auf Distanz. Auch Jahre später stellt Daemon Phils Leben noch auf den Kopf, obwohl dieser doch eigentlich schon längst mit ihm abgeschlossen hat.

Meine Meinung:

Ich habe ja schon angekündigt, dass dieses Buch ein wenig anders ist. Das liegt daran, dass es eine wahre Geschichte erzählt und deshalb nicht wirklich zu einem Ende kommen kann. Es mag vielleicht für den einen oder anderen unbefriedigend sein, asm Ende keine Auflösung vorzufinden, aber so ist das wahre Leben nun mal.
Andrew Summers möchte mit dieser Geschichte die Meinung seiner Leser einholen, was das ganze ja eigentlich schon zu einem interaktiven Leseerlebnis macht. Ich finde es unglaublich fannah, wenn er seinen Lesern die Chance gibt, ihre eigenen Gedanken und Interpretationen zum Besten zu geben und ihnen so ermöglicht, an der ganzen Sache teilzuhaben. Natürlich möchte man damit wohl auch ein Stück weit eine Erklärung für Daemons Verhalten finden, die letztlich nur dieser selbst kennt.
Deshalb auch der Titel, denn wie der Autor selbst schon im Nachwort andeutet: Eine Aussprache ist wirklich wichtig und es wäre nur angemessen, wenn Daemon den Mut hätte, ein klärendes Gespräch zu führen.
Aber egal, ehe ich abschweife, lasst euch gesagt sein, dass das Buch natürlich eher in einer Art Berichtsform verfasst ist. Klar, man möchte eben alle Informationen zur Verfügung stellen, um eine Diskussion ermöglichen zu können. Aber trotzdem werden auch Gefühle geschildert bzw. kann man trotzdem in die Geschichte eintauchen und sich die Sache vorstellen. Also nicht so, als würdet ihr jetzt einen Zeitungsartikel lesen oder so.
Mehr kann ich eigentlich nicht dazu sagen. Nachdem die Geschichte auf einer wahren Gegebenheit beruht, ist es überflüssig, etwas daran ändern zu wollen. Die Frage ist also einfach, ob ihr lieber eine "richtige" Geschichte lesen wollt, oder auch mal für so eine Art vom Story offen seid.

Altersbeschränkung/Zielgruppe:

Gerade hab ich es eigentlich schon gesagt: Man muss natürlich ein Stück weit bereit sein, sich darauf einzulassen. Wer aber nichts gegen offene Enden hat und es spannend findet, seinen Senf dazu geben zu können, ist hier genau richtig.

Du meine Güte, ich glaube, ich habe alles, was im Oktober von meinem Gehalt übrig war, für Bücher ausgegeben. Das ist wirklich nicht gut! Das muss sich unbedingt wieder ändern. Ich schwöre euch, ich werde mich die nächste Zeit mehr zusammenreißen!
Jules :)

PS:
Ich möchte natürlich auch gerne sagen, was ich von der ganzen Sache mit Daemon halte. Das ist natürlich ein Stück weit ein Spoiler, also wenn ihr euch erst selbst ein Bild machen wollt, dann lest das hier vorher nicht. Ich hab euch gewarnt.:D
Also ich glaube, dass Daemon wirklich Interesse an Phil hat und sich einfach nicht eingestehen kann, auf Männer zu stehen. Vielleicht kann er es auch und sein Umfeld (Familie? Freunde?) schüchtert ihn zu sehr ein, um dazu zu stehen. Wahrscheinlich hat man ihn auch immer wieder gesagt, wie falsch das alles ist und er ist deshalb mit sich selbst nicht im Reinen. Das würde auch erklären, warum er zu Phil eigentlich immer sehr nett ist, wenn sie alleine sind, und seine Nähe sucht - in der Öffentlichkeit dann aber auf Distanz geht oder ihn gar beschimpft. Die Tatsache, dass er immer sehr deprimiert schein, wenn er in Phils Nähe ist, unterstreicht dies nur. Wahrscheinlich hat er sich nichts mehr gewünscht, als seinen Gefühlen nachgehen zu können, konnte dies aber einfach nicht.
In der Schulzeit mag dies ja noch nachvollziehbar sein, aber so langsam könnte man ja dann doch mal zu sich selbst stehen und seinen eigenen Weg gehen. Falls dies nicht möglich ist (warum auch immer, ist ja egal), dann sollte er aber wirklich die Courage besitzen, Phil zu sagen, warum alles so kommen musste, wie es eben gekommen ist. Ich finde, das ist er ihm schuldig.
Zu Phil: Ich glaube, die Art, wie Daemon mit ihm umgegangen ist, hat ihn als Teenager eben einfach sehr getroffen und weil das, was einen als Jugendlicher beschäftigt, dass gesamte weitere Leben ein Stück weit prägt, kann er auch einfach nicht richtig loslassen. Es ist, wie es schon im Buch gesagt wird: Die erste Liebe vergisst man nicht. Und folgich vergisst man auch nicht, wenn die erste Liebe dermaßen in die Hose geht. Wahrscheinlich wird er erst richtig Ruhe finden, wenn er Daemon Version konnt. Oder aber, er trifft irgendwann den Mann seines Lebens und kann wirklich mit Daemon abschließen. Aber ehe das nicht geschehen ist, wird er sich doch immer wieder daran erinnen und sich Fragen stellen. Auch, weil man mit nichts abschließen kann, von dem man gar nicht weiß, was eigentlich geschehen ist. Wie sollte das auch möglich sein?

Kommentare:

  1. Hey,

    ganz abgesehen davon, dass das Buch wegen der geringen Seitenzahl für mich nicht in Frage kommt, weiß ich nicht was ich von dem Konzept halten soll. Grundsätzlich finde ich "Tatsachenberichte" oder wahre Geschichten als Abwechslung mal ganz nett. Hier weiß ich aber nicht so genau was damit bezweckt werden soll. Ich kenn ja das Buch nicht und weiß auch nicht was im Vorwort steht, aber für mich klingt das, als hätte der Autor diese Geschichte persönlich erlebt, versteht aber "Daemons" Verhalten nicht und möchte jetzt von seinen Lesern wissen was er tun soll und wie er das Verhalten zu verstehen hat. Falls das der Fall ist, finde ich die Intention persönlich ein wenig seltsam.

    Auf der anderen Seite ist es aber auch seltsam, wenn er es nicht selbst erlebt hat und über seinen besten Freund/Nachbarn/Schulkameraden/... spricht. Auch dann frage ich mich, worin der Sinn liegt, explizit die Meinung seiner Leser zu erfragen. Also kurz gesagt verstehe ich einfach das Konzept nicht...^^

    Grüße,
    Julia

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  2. Hey,

    so wie ich das verstanden habe, geht es dem Autor tatsächlich darum, eine Antwort auf Daemons Verhalten zu finden. Das ist zugegeben ein wenig seltsam, das stimmt. Aber es wird auch gesagt, wie sehr es denjenigen, der das erlebt hat (nicht der Autor selbst, sondern wohl ein Freund), beeinflusst und belastet. Vielleicht ist das dessen Art, mit der Sache abzuschließen.
    Ich gebe dir aber Recht, es ist schon auch irgendwie komisch. Trotzdem mochte ich es, meinen Senf dazu geben zu können. :D Das ist mal was anderes.

    Liebe Grüße! :)

    PS: Und wieder mal danke, dass du immer so fleißig kommentierst :3

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