Samstag, 8. November 2014

Einfach nur nett (Florian Höltgen)

Heyho!

Heute geht es um Florian Höltgens Roman "Einfach nur nett", der 204 Seiten umfasst und auf Amazon erhältlich ist.
Handeln tut er von Außenseiter Timo, der sich in den coolen Macho Yannick verliebt.


 Beschreibung:

Als Außenseiter, der von seinen Mitschülern gemobbt wird, hat Timo es nicht leicht im Leben. Deshalb verwundert es ihn auch, dass ausgerechnet der Neue, ein totaler Macho, nett zu ihm ist. Timo fragt sich, ob er diesem wirklich Vertrauen kann und diese Frage schein bald berechtigt. Auch Jahre später, als Timo schon längst studiert, kann er noch immer nicht sagen, was genau Yannick und ihn wirklich verbindet.

Meine Meinung:

Was mich am Anfang ein wenig verwundert hat, war die harte Kritik am Genre Gay Romance, die sich in dem Roman verbirgt. Ständig wird - aufgrund der Tatsache, dass Timo selbst solche Geschichten schreibt - auf vielen Klischees dieses Genres herumgehackt, obwohl die Geschichte diese doch gleichzeitig selbst beinhaltet. Ich bin nie so wirklich schlau geworden, ob das nun ironisch gemeint ist, der Geschichte förderlich wirkt oder einfach nur zui viel ist.
Auch hat mich gestört, dass man den Dialogen zuerst schlecht folgen konnte, weil sie nicht mit Verben und Personen verpackt waren. (Sprich: Timo sagt: "blabla")  Aber das ändert sich spätestens, als Yannick auftaucht - da ist es unmissverständlich, er gerade spricht. :D
Ansonsten hab ich aber nicht viel an der Story auszusetzen. Im Gegenteil. Ich finde, der Aspekt Mobbing war selten so gut beschrieben, wie in diesem Buch. Und die Schlüsselszene ist dermaßen ungeschönt geschrieben, dass man einfach nur mit Timo mitleiden kann. Wirklich großartig!
Auch sonst ist die Geschichte unglaublich fesselnd und spannend geschrieben, man weiß bis zu letzt nicht, was genau Yannicks Intention ist und wie die Sache mit den beiden ausgehen wird.
Obwohl sie - wie so schön kritisiert wird - einigen Klischees absolut enspricht, hatte ich das Gefühl, dass etwas neues zu lesen, was ich so noch nicht hatten. Das mag vielleicht an dem Mobbingthema gelegen haben, ich weiß es nicht, aber es hat mich doch sehr in seinen Bann gezogen.
Hinzu kommt noch, dass die Sexszenen wirklich erotisch sind, aber trotzdem so beschrieben, dass man sich wie Timo nie ganz schlüssig sein kann, was sie bedeuten.
Ich mag überhaupt sehr, dass man sich so eindeutig in Timo hineinversetzen kann.
Was man vielleicht auch mal sagen darf, ist, dass die Gestaltung des Buchs sehr hübsch ist. Ich mein jetzt nicht mal so das Cover, sondern die schicke Schrift, in der die Kapitel geschrieben sind. Am besten lest ihr das Buch einfach, dann werdet ihr es ja selber sehen.

Altersbeschränkung/Zielgruppe:

Obwohl es um Jugendliche geht, möchte ich es nicht als wirklich Jugendbuch beschreiben, was so ziemlich die Zielgruppe beschreiben dürfte.  Man kann es genauso gut als Erwachsener lesen. Vor allem, wenn man sich auch mal mit dem Thema Mobbing auseinander setzen möchte.
Ansonsten beinhaltet es schon Sex, also vielleicht erst ab 14 Jahren zu empfehlen.

Ich möchte schon ewig was von Florian Höltgen lesen. Das ich es noch nicht getan habe, liegt an einem kleinen aber feinen Grund, den ich in einer Kolumne viel Aufmerksamkeit widme.
Ich bin aber sehr froh, dass es mit diesem Werk endlich mal geklappt hat und ich muss sagen, mir gefällt was Höltgen schreibt. Ich schätze, ich werde irgendwann noch einmal etwas von ihm lesen.
Jules :)

Kommentare:

  1. Hey,

    thematisch spricht mich das Buch auf jeden Fall sehr an, da machst du mir mit deiner Rezension wirklich Lust drauf. Was mich dann aber doch skeptisch werden lässt ist diese Dialog-Geschichte. Ich hasse das, wenn man in der wörtlichen Rede rumwurschtelt.

    Vielleicht gibt es auf amazon oder so eine Leseprobe, dann muss ich mal reinschauen.

    Grüße,
    Julia

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    1. Ehm ja, der Mini-Ausschnitt bei der Produktbeschreibung reicht schon. Das ist defintiv nichts meins....^^

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    2. Hey,

      ich muss zugeben, die wörtliche Rede ist wirklich ein wenig verwirrend. Fairweise muss man allerdings sagen, dass sie irgendwie zur ganzen Geschichte passt. Und man erkennt ja dann an der Sprache, wer spricht. Auch wenn die Sprache selbst wieder eine Sache für sich ist. Aber sie gehört ja zum ganzen Charakter von Yannick, also will ich da gar nicht so viel Negatives sagen. Trotzdem hätte man die wörtliche Rede noch in richtige Sätze kleiden können, da gibt es nichts dran zu rütteln.
      Ich verstehe gut, wenn das nichts für dich ist.

      Grüße zurück :)

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    3. Die wörtliche Rede war gar nicht mal das Problem in dem Ausschnitt. Weiß nicht wie das auf längere Sicht aussieht, aber kurz ging es. Was mich viel mehr nervt ist diese Ausdrucksweise o.O Ich bin ja eigentlich immer sehr für realistische Darstellungen, aber das ist echt zu viel des Guten. Aber da mich das auch in der Realität extrem nervt, ist das denk ich auch okay, wenn ich das nicht lesen möchte ;)

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    4. Ja, auch wenns zum Chara passt, ist das schon echt sehr krass. Ich hab da auch ein wenig dran zu knabbern gehabt. Von daher versteh ich dich vollkommen, wenn du das nicht lesen willst. ;)

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