Samstag, 18. Oktober 2014

Plötzlich anders (C. Griethe)

Hey ihr!

Heute geht es um C. Griethes Werk "Plötzlich anders". Es wird frei publiziert und besitzt 212 Seien. In dem Buch geht es um Tim, der sich langsam aber sicher eingestehen muss, schwul zu sein.


Beschreibung:

Tim zieht sich immer weiter von seinen Freunden zurück, weil etwas in ihm arbeitet, dass er selbst noch nicht ganz verstanden hat. Immerhin ziehen ihn Mädchen kaum noch an, aber bei dem hübschen Kellner Daniel kribbelt es in seinem Bauch dafür umso mehr. So langsam muss er sich der Tatsache stellen, schwul zu sein, aber das bringt so einige Irrungen und Wirrungen mit sich.

Meine Meinung:

Ich mochte die Geschichte wirklich sehr, weil sie so spannend war. Dadurch, dass Tim noch mit vielen Unsicherheiten zu kämpfen hat, kam es auch immer wieder zu Missverständnissen oder Zweifeln, welche die Story am Laufen hielten. Trotzdem ist sie gleichzeitig wahnsinnig romantisch, ohne dabei wirklich kitschig zu sein.
Auch den Schreibstil fand ich hier wirklich klasse. Detailliert und emotional - wenn Tim ins Stolpern geraten ist, konnte man als Leser gut mitfühlen und vor allem mitleiden.
In dem Buch gibt es auch die eine oder andere erotische Szene, die wirklich heiß und - blöd gesagt - befriedigend waren.
Ich fand auch schön, wie die Nebenfiguren mit eingebunden wurden und das auch ihre Charakter einige gewisse Liebenswürdigkeit aufweisen. Überhaupt haben mich die Charaktere sehr überzeugt. Es gab eigentlich keinen, der nicht authentisch war.
Obwohl... und das ist auch einer meiner Kritikpunkt, der mir schon manchmal in diesem Genre aufgefallen ist: Frauen werden hier ziemlich abfällig dargestellt. Als wären sie alle notgeile, billige Tusse, die sich viel zu aufdringlich an Kerle schmeißen. Selbst Tims Schwester wirkt unsympathisch. Ich finde das einfach unnötig.
Ansonsten finde ich, dass man auf die Sache mit Daniels Stiefbruder noch ein wenig hätte eingehen können. Nicht, dass es unbedingt nötig wäre, aber es wäre einfach cool gewesen. Aber das ist nur eine Kleinigkeit, denn an sich ist das Buch wahnsinnig gut gelungen und ich kann noch immer nicht glauben, dass es aus der gleichen Feder wie "lovely toyboy" stammt. Wenn ihr meine Rezension dazu gelesen habt, werdet ihr gemerkt haben, dass ich von der Geschichte alles andere als begeistert war. Deshab war ich auch ein wenig entsetzt, als ich gemerkt habe, von wem diese Geschichte hier überhaupt stammt. Getreu den Motto "Jeder hat eine zweite Chance" verdient, habe ich dann natürlich trotzdem gelesen und muss nun eingestehen, dass es wirklich sehr gelungen ist und ich zu vorschnell war, Griethe zu meiden. Bin ich froh, dieses Buch versehentlich gekauft zu haben! Tja, so kann's gehen. Verrückt!

Altersbeschränkung/Zielgruppe:

Ich überlege gerade, ob man das Buch nicht auch als Jugendbuch bezeichnen kann. Zumindest kann es aber von Jugendlichen gelesen werde, auch wenn Sex darin vorkommt. Ansonsten kann ich es wirklich jedem empfehlen, der auf süße Coming-out-Geschichten steht - denn so eine ist diese wirklich.

Hattet ihr das auch schon mal? Dass ihr einen Autor auf eure imaginäre Blacklist gesetzt habt und dann eines Besseren belehrt worden seid? Ich mag solche positiven Überraschungen ja immer sehr gerne. :D
Jules :)


Kommentare:

  1. Hey,

    mir ist das zum Glück noch nicht so aufgefallen, dass Frauen in diesem Genre so abwertend dargestellt werden. Wenn, wäre ich vermutlich auch sehr beleidigt!

    Mir ist das noch nie so extrem passiert, dass ich die Werke eines Autors abgelehnt habe und dann doch überrascht wurde. Ich kann mich nicht mal entsinnen, dass dies in leichter Form vorgekommen wäre... Liegt aber vielleicht auch daran, dass ich bisher echt sehr sehr wenig wirklich schlechte Bücher gelesen habe.

    Das Buch klingt jedenfalls sehr interessant und es ist doch mal eine Abwechslung, wenn nicht alle Charaktere vorher wissen, welche sexuelle Orientierung sie haben.

    Gruß,
    Julia

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    1. In letzter Zeit hatte ich auch keine solchen Bücher mehr. Aber als ich diese Rezi geschrieben habe, war es vermehrt so und irgendwann war das Fass voll. :D Deswegen jetzt auch mein Kolumnenpost da dazu.

      Mir ist das schon öfter passiert, allerdings nicht in diesem Genre. Aber meistens hab ich dann auch keinen Versuch mehr unternommen, mich eines Besseren belehren zu lassen. Hier hab ichs auch nur wegen dem Blog gemacht und bin froh darum, weil ich so positiv überrascht wurde.

      Ja, ich mochte es auch auch sehr gerne und kann es nur empfehlen. Ich steh ja eh auf diese Coming-Out- und Selbstfindungsthematiken - wenn sie dann noch gut umgesetzt werden, ist das echt schön. :D

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