Mittwoch, 30. Juli 2014

Bücherreihen, Fortsetzungen, Nebenstorys [K]

Hallo ihr Lieben!

Ich bin gerade dabei, eine Trilogie zu lesen, was mich auf die Idee gebracht hat, sich in dem heutigen Kolumnenpost mit eben solchen Dingen zu beschäftigen. Sprich, es geht – wie der Titel es ja schon verraten hat – um Bücherreihen, Fortsetzungen und Nebenstorys.
Ich muss sagen, die Trilogie gefällt mir eigentlich recht gut (genaueres erfahrt ihr dann in den jeweiligen Rezensionen), aber dennoch scheue ich mich immer sehr, Bücherreihen zu lesen. Das liegt vor allem daran, dass es manche Autoren einfach übertreiben. Ich weiß nicht, wer nach dem 10. Band noch Lust auf eine Reihe hat, aber ich denke, das sind die wenigstens. Eingefleischte Fans sozusagen. Ich finde das schon bei Mangas doof – ja, manchmal lese ich auch Mangas -, wenn eine Reihe schon fast 30 Bände hat, und noch blöder ist es bei Büchern. Immerhin ist das mit einem hohen Kostenaufwand verbunden. 30 Bücher kosten eine große Stange Geld! Und wenn man erst einsteigen möchte, wenn schon eine große Anzahl an Bänden herausgekommen ist, dann ist das schon wahnsinnig nervig, sich alle Bände nachzukaufen. Und wahnsinnig teuer.
Ich frage mich echt, was das soll? Mir kommt das immer so vor, als wäre es nur Geldmacherei. Kein Mensch braucht 30 Bände! Was soll das denn? Hat der jeweilige Autor noch nie davon gehört, dass man aufhören soll, wenn es am schönsten ist?
Selbst „Harry Potter“ umfasst nur 7 Bänden – auch wenn sich die halbe Menschheit 70 gewünscht hätte.
Und was bringt es überhaupt dem Leser? Offenbar nicht wirklich viel, wenn man dann schon in den entsprechenden Rezensionen liest, dass der aktuelle Band nicht gut ist, dem Autoren wohl schon lange nichts Neues mehr einfällt und es überhaupt von Mal zu Mal langweiliger zu scheinen wird. Ich habe dieses Phänomen auch schon bei einer Mangareihe erlebt. Die Geschichte ist schon lange nicht mehr prickelnd, aber immer mehr Bände kommen dazu heraus. Und erst im letzten hat die Autorin gedroht, sie habe vor, noch viele weitere dazu zu zeichnen. Horror!
Und das schlimme ist: Man kann einfach nicht aufhören. So langweilig die einzelnen Bände auch sein mögen, so sehr interessiert man sich ja doch dafür, wie die Geschichte insgesamt ausgeht. Die dazwischen nicht mehr zu kaufen und nur noch den letzten Band zu lesen, kann man aber auch nicht, weil man dann keine Ahnung mehr hat, um was es eigentlich geht. Wie ich es schon gesagt habe: Für mich ist das reine Geldmacherei.
Jedoch rede ich hier von solch langen Reihen. Gegen Trilogien oder allgemein Bänden, sagen wir mal unter eine Zahl von 10, muss nicht unbedingt etwas einzuwenden sein. Man bekommt immerhin eine sehr ausführliche Story geliefert, in die man gut abtauchen kann und freut sich einfach, wenn sie nicht schon nach einem Buch zu Ende ist. So lange alles mit Maß und Ziel umgesetzt wird, finde ich die Sache also wirklich gut.
Ähnlich verhält es sich mit Büchern, die an die Geschichte anknüpfen. Seien es nun Nebengeschichten oder Fortsetzungen.
Ich denke, man kann einem Leser bzw. Fan kein größeres Geschenk machen, als eine Fortsetzung zu einem wirklich guten Roman zu schreiben. Es gibt so viele Bücher, die ich gelesen habe und bei denen ich den Autoren gerne auf Knien anflehen möchte, doch noch eine Fortsetzung zu schreiben. Da freut man sich einfach wahnsinnig, wenn dies dann tatsächlich geschieht. Doch auch hier gilt die oben genannte Regel: Maß und Ziel.
Leider gibt es nämlich auch Fortsetzungen, die einfach nicht gut gemacht sind, bei denen man sich wünscht, man hätte sie nie gelesen. Hier frage ich mich, was schief gelaufen ist: War der Autor vielleicht gar nicht mit Herzblut bei der Sache, sondern hat gehofft, noch ein wenig auf der Erfolgswelle seines ersten Buchs mit zu schwimmen? Oder wollte er seinen Lesern einen Gefallen tun, hat aber übersehen, dass er sich selbst damit keinen tut? Man weiß es nicht. Man weiß nur, es wäre besser gewesen, er hätte es gelassen!
Ich sage ganz klar: Vorsicht bei Fortsetzungen! Diese können total toll sein – aber genauso schnell können sie einfach nach hinten losgehen.
Ähnlich verhält es sich mit Nebengeschichten. Reden wir nun von kurzen Storys, in denen auf wenigen Seiten noch einmal eine kurze Anecktode zu den Haupt- oder Nebencharakteren erzählt wird, oder von ganzen Romanen, die z. B. die Geschichte einer der Nebenfiguren schildern. All das gibt es. Und ich finde, gerade letzteres ist meistens eine gute Sache. Man muss hier nicht zwingend an den ersten Roman anknüpfen, kann einfach unabhängig eine neue Geschichte erzählen – und meist kommt dann auch etwas sehr sinnvolles dabei heraus.
Bei kurzen Anecktoden hingen bin ich eher skeptisch. Es ist manchmal ganz schön, zu wissen, wie es mit den Nebencharakteren weitergegangen ist oder eine kurze Geschichte über seine Helden lesen zu können – aber manchmal ist es auch einfach nur unnötig oder gar langweilig. Hier bin ich ja immer der Meinung, Vorsicht ist besser als Nachsicht. Also Augen auf beim Kauf!
Aber natürlich hat jeder einen anderen Geschmack und wie es so oft bei meinen Posts der Fall ist, kann ich nicht für die Allgemeinheit sprechen. Aber wer möchte, kann gerne in einem Kommentar seine Meinung hinterlassen. Ich freue mich darüber, auch wenn sie sich nicht unbedingt mit meiner deckt.

Jules :)

Kommentare:

  1. Noch so ein spannendes Thema. Gute Kolumnen Auswahl übrigens ;)

    „Das liegt vor allem daran, dass es manche Autoren einfach übertreiben.“
    Ist mir zum Glück erst sehr selten passiert, aber bei einer wirklich tollen, vielversprechenden Reihe erlebe ich das und finde es sooo unglaublich schade. Das hat der erste Teil der Reihe einfach nicht verdient.

    Ich glaube es ist für beide Seiten – Autor und Leser – sehr schwierig, wenn der erste Teil die Messlatte sehr hoch legt. Etwas zu schaffen, was noch besser ist, ist gar nicht so einfach. Da ist die Gefahr einfach noch viel höher, dass man seine Leser enttäuscht.

    Das Problem, dass man Reihen dann aber doch irgendwie weiter liest, kenn ich auch sehr gut. Man hat ja schon Angst was zu verpassen. Außer bei Shades of Grey, aber das ist ein anderes Thema.
    Da ich häufig Krimis und Thriller lese, habe ich das Reihenproblem nicht so sehr, anders als zum Beispiel Fantasy Leser. Da gibt es – zumindest meinem Gefühl nach – kaum Einzelbände. An Krimis ist halt immer schön, dass man mittendrin einsteigen kann und wenn es einem gefällt, dann liest man eben auch die Teile davor oder danach, oder nur ausgewählte und wenn nicht, dann verpasst man auch nichts.

    So, jetzt hab ich dann alles angeschaut, glaub ich ;)
    Fühl dich nicht verpflichtet auf alles zu antworten;)
    Liebe Grüße
    Julia

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hey!

      :D Was für eine Kommiflut. Aber ich freu mich sehr darüber! Und mir geht es gerade wie dir: Ich hab eh nichts zu tun, also werde ich wohl auch auf alles antworten. xD
      Ich fang jetzt einfach hier an, weil ich den Kommi gerade zur Hand habe. Roll ich das Feld eben von hinten auf. :D

      Danke! :3 Ich schreib ja meistens über Dinge, die mich gerade "bewegen". Gott, klingt das jetzt abgedroschen. Aber meistens ist das so. Deswegen freut es mich, wenn die Kolumne dann auch gut ankommt. :)

      Ich glaube auch, dass man als Autor irgendwann Probleme bekommt, sein Niveau zu halten. Umso unverständlicher ist es, das dann nicht einfach mal Schluss gemacht wird. Wo ist denn da die gesunde Selbsteinschätzung abgeblieben?

      Ich geb dir Recht. Es gibt wirklich kaum Einzelbände im Fantasybereich. Und wenn doch, dann ist es häufig so, dass es zwar für sich abgeschossene Geschichten sind, aber dennoch irgendwie zusammengehören. o_O Ich hoffe, du weißt, was ich sagen will. xD

      Ich halte es da ähnlich wie du. An sich meide ich solche Reihen ja und wenn ich mir mal eine antue, dann achte ich darauf, dass man sie auch einfach abbrechen kann oder die Sachen auch für sich lesen kann.

      Obwohl man ja auch echt sagen muss, dass es sehr gute Reihen gibt. Ich meine, wir vermissen doch alle den 8. Harry Potter Band, oder? XD Und auch die Trilogie, die ich gerade lese, ist top. Nur leider gibt es halt auch immer mehr Negativbeispiele. Wirklich schade! :/

      Löschen